Die Eröffnung des neuen Steinmuseums fand am 17. Juli 2004 durch die dt. Edelsteinkönigin Rebekka statt.
Im neuen Museum finden Sie versteinerte Hölzer, Süsswasseropale sowie Jaspis, welche am Csaterberg gefunden wurden.
Zu beachten ist neben der Schmuckvitrine auch der "Museumswein" (Euro 7,--), der als Souvenir vor Ort erstanden werden kann. Ebenso sind Belegexemplare (Euro 7,--) käuflich zu erwerben.
NATURWISSENSCHAFTLICHE SCHÄTZE - EIN BEITRAG ZUR GEOLOGIE UND PALÄONTOLOGIE DER CSATERBERGE
(Beitrag von Pfarrer Stefan Raimann)
Die beiden Csaterberge bei Kohfidisch, Hoch- und Klein-Csaterberg genannt, bieten dem Besucher neben ausgezeichneten Weinen und Begegnungsmöglichkeiten mit einem sehr gastfreundlichen und offenen Menschenschlag auch eine geologische/gesteinskundliche Besonderheit. Dabei sind diese Namensgebungen irreführend, zumal der Klein-Csaterberg mit 365 m höher ist, als der Hoch-Csaterberg mit 341 m. Das Oberflächengestein des Hoch- und Klein-Csaterberges besteht fast ausschließlich aus Süßwasseropal in verschiedensten Farbnuancen, wodurch diesem Vorkommen zumindest europaweit ein besonderer Stellenwert zukommt.
FUNDPARADIES
Was den Weinbauern seit Jahrhunderten die Bodenbearbeitung erschwert, bietet Wissenschaftlern und Hobbysammlern ein hochinteressantes "Fundparadies" von ca. 1 km² Ausdehnung. Bis zum heutigen Tag kann aber bezüglich der Entstehung und des Alters der Opaldecke, welche eine Mächtigkeit von einigen Metern erreicht, selbst von Fachleuten keine befriedigende Antwort gegeben werden. Die vorliegenden wissenschaftlichen Publikationen sind teilweise widersprüchlich und stellen sehr gewagte und nicht fundierte Überlegungen an, sodaß eine neue Bearbeitung dieses Vorkommens sehr dringlich wäre. Mit Sicherheit kann nur gesagt werden, daß zur Entstehung eines solchen Gesteins große Mengen konzentrierter Kieselsäure vorhanden gewesen sein müssen. Das Alter kann nur schätzungsweise mit ca. 5 Millionen Jahren angegeben werden.
WERTVOLLE FUNDE
Zu den wissenschaftlich wertvollsten Funden zählen die vielfältigen opalisierten Hölzer, von denen ich seit 1993, vor allem in meiner zweijährigen Kaplanszeit in Kohfidisch (1995 - 1997), einen repräsentativen Querschnitt zusammentragen konnte. Zur Zeit umfasst die Sammlung an die 600 Holzversteinerungen von einigen Zentimetern Größe bis hin zu Stücken von 20 kg. Eine präzise Bestimmung dieser Hölzer wäre nur anhand von aufwendigen Dünnschliffen möglich. Bei den meisten Hölzern dürfte es sich wohl um versteinertes Eichenholz handeln, dem nicht nur eine paläobotanische, sondern auch eine historische Bedeutung zukommt. Versteinerte Hölzer wurden in diesem Gebiet nämlich schon vor 400 Jahren von dem großen Botaniker Carolus Clusius aufgesammelt und in seinem Werk "Rariorum plantarum historia" (erschienen 1601 in Antwerpen) als Zerreiche (Quercus cerris) beschrieben. Die erste genaue Bestimmung eines Lithoxylons (versteinerten Holzes) in "Österreich" (damals Ungarn) ist auf Clusius zurückzuführen. Einzelne Holzopale von dichter Konsistenz eignen sich vorzüglich für den Cabochonschliff und stellen in Gold oder Silber zu Schmuckstücken gefasst kostbare Unikate mit einem "Stück paläontologischen Burgenlandes" dar. Unschwer sind im Opal an tierischen Versteinerungen verschiedene Schneckensteinkerne zu finden. Einige in der Opalschicht gesammelte Knochenfragmente konnten einem elefantenähnlichen Rüsseltier zugewiesen werden (Dinotherium oder Mastodon). Weiters sind auf den Csaterbergen als Seltenheiten grüner Süßwasseropal, Dendritenopal, schön gezeichneter Landschaftsjaspis, Feueropal und als Neufund Glasopal (Hyalit) auffindbar.
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